Experteninterview als Independent-Autorin

Im Rahmen eines Experteninterviews der Hochschule für angewandte Wissenschaften Ostfalia, durfte ich für eine Abschlussarbeit des Studiengangs Medienmanagement Rede und Antwort stehen. Hierbei ging es vor allem um den Veröffentlichungsprozess, Marketing und Vertrieb von Independent-Autoren. Ich freue mich, mit meinem Wissen unterstützen zu dürfen. Anbei ein paar Auszüge davon:

[…]

Interviewer (I): Wie kommt ein Independent Autor Ihrer Meinung nach am besten zu dem Format, das am besten für sein Werk geeignet ist?

Das kommt auf den Anbieter an. Ich habe es anders herum aufgezäumt: Ich schaue, wo möchte ich veröffentlichen […] und dann schaue ich mir Stichpunkte und Recherche auf der Website an, was brauchen die für Formate? Da gibt’s welche, die brauchen ein PDF, da gibt’s welche da muss man MOBI-Dateien oder Ähnliches liefern. Je nachdem, welchen Anbieter ich nehme, muss ich mein eBook in das passende Format umwandeln.
Und dafür gibt es diverse Software. Und da ist dann auch wieder Recherche, da schaue ich halt welche kostet wie viel oder welche gibt’s umsonst und dann wähle ich eine aus. Vielleicht probiere ich auch mehrere aus und sage: ‚Okay, mit der komme ich zurecht und mit der nicht.‘. Das ist ja ähnlich wie mit Word oder anderen Textverarbeitungsprogrammen. Da kommt der eine mit diesem besser zurecht und der andere mit dem.

I: Sehr schön. Also kann man sagen, dass es eigentlich die Distributoren sind, die das passende Format vorgeben. Da hat man sogar nicht als Autor so Spielraum.

Ja. Klar, weil es bringt ja nichts, wenn Sie jetzt eine eBook-Datei erstellen, die aber überhaupt nicht für Amazon passt. Oder umgekehrt: Sie erstellen eine, die bei Tolino passt. Da ist es ja schön, dass Sie sie erst umgewandelt haben – umständlich – da vielleicht Tage oder Wochen gebraucht haben, um dieses Format zu erzeugen und dann sagen sie: ‚So jetzt will ich die bei Amazon hochladen‘, und dann merken Sie: ‚Oh, für Amazon brauche ich das Format so gar nicht.‘. Das wäre ja ziemlich doof.
Das wäre ja so wie, wenn ich erst das Benzin kaufe und dann schaue ich erst ob mein Auto Diesel oder Benzin braucht. Daher ist es halt klug, von Anfang an zu gucken, wo will ich hin.
 […]
 
 I: Gibt es denn Werbemöglichkeiten oder Kanäle, die Sie Independent Autoren gar nicht empfehlen würden oder bei denen Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben?
 
Ja, ich habe einmal am Anfang Werbung auf einer Website gebucht, die online einen sehr guten Ruf hat. Aber ich habe gemerkt, dass meine Verkaufszahlen nur geringfügig in die Höhe gegangen sind. Dafür […] hat es sich nicht gelohnt. Es ist nicht reingekommen zahlenmäßig. Viele sagen: ‚Naja, das ist ja eine langfristige Geschichte‘, aber ich bin da schon ein Mensch, der guckt, was habe ich eingesetzt und was ist dabei herausgekommen. Und das ist auf alle Fälle nicht aufgegangen bei mir. Das würde ich halt jetzt nicht mehr machen.
Des Weiteren ist Twitter zwar ganz nett und ich habe da auch knapp 1.000 Follower, aber ich habe gemerkt, über Twitter kann man zwar schnell eine politische Meinung vertreten oder sich selbst mal mit anderen journalistischen Medien austauschen, aber so wirklich zum Werben bringt Twitter nichts. Sprich, das ist zwar Nice-To-Have, aber gerade Leute, die gar nicht so in den sozialen Medien drin sind und so wenig Aufwand haben wollen wie möglich, den würde ich Twitter nicht empfehlen.
I: Das verstehe ich. Ich habe noch zwei kurze rechtliche Fragen und dann sind wir mit unserem Gespräch durch. Ist die Anschaffung einer ISBN Pflicht oder eher nicht?
Also sagen wir so, ich finde es sehr gut. Pflicht ist natürlich etwas hart formuliert, aber ich habe mich bewusst für meine Printexemplare bei BoD entschieden, weil die ja eine ISBN haben. […] und ich bin dann auch unabhängiger: Dann kann ich auch Leute bedienen, die mal in einem Buchladen bestellen, was bei mir auch regelmäßig vorkommt. Wenn die dann dem Buchhändler eine echte ISBN sagen können, dann geht das auch in einem Dorfbuchladen. Das ist natürlich etwas Anderes, das macht der Buchhändler dann auch lieber. Ich bin halt ein Mensch, der gerne alle Nachfragen und Zielgruppen bedienen möchte. Auf diese Weise kann ich das halt sehr gut vereinen.
 
 

[…]

Ich danke Jannick Osterloh für die interessanten Fragen und die Erlaubnis, Teile des Interviews zu veröffentlichen!

Beste Grüße

Eure Emma

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